Am Boden des Himmels

Am Boden des Himmels

„Alles was wir sehen oder zu sein scheinen ist nur ein Traum in einem Traum.“ (Edgar A. Poe in ‚Am Boden des Himmels ‚)

Malek Sabateen, ein neunzehnjähriger Palästinenser, besitzt eine besondere Fähigkeit: Er lässt die Menschen in seiner Umgebung für einen Moment durch die Augen des Anderen, des Feindes, sehen. In Israel, dem Heiligen Land, ist das jedoch gleichsam Wunder wie Bedrohung. Denn während die Einen in ihm einen Engel sehen, schürt er bei den Anderen Panik und Hass. Als Malek schließlich verhaftet wird, braucht es den Mut der palästinensischen Journalistin Layla, des ausgefuchsten kleinen Omar und des bis über beide Ohren verliebten israelischen Lior, ihm zu helfen. (In Anlehnung an den Klappentext)

Die palästinensische Journalistin Layla wird nach Jerusalem gerufen, um über ein vermeintliches Wunder zu berichten: Ein Engel ward gesehen. Und auch wenn Layla den Glauben an Engel lange schon verloren hat, wird sie in eine turbulente Geschichte zur Rettung eben jenes Engels hineingezogen. Denn dieser landet gleich zu Beginn der Geschichte im Knast. Und braucht dringend Hilfe.

Joana Osmans Schreibstil ist sanft, fast schon zurückhaltend. Und doch berühren die von ihr beschriebenen Bilder das Herz. Die auf den ersten Blick lang erscheinenden Kapitel sind durch Perspektivwechsel unterbrochen und im Erzählverlauf gut aufeinander abgestimmt.

Besonders schön sind die eingängigen Zitate zu beginn jedes der fünf Kapitel:

„We ‚re one, but we’re not the same
We’ve got to carry each other
Carry each other
One“

(Johnny Cash, „One“ – Kapitel 5: Erwachen)

Ohnehin mangelt es dem Buch nicht an zukünftigen #lieblingszitaten: „Auf der Erde hat der Engel wenig, wofür es sich zu existieren lohnt, und er sehnt sich nach der Luft, die sich über ihn spannt wie ein Betttuch aus feinster blauer Seide.“ (Seite 48)

Joana Osmans Debütroman erzählt von Wundern, Glaube und einem Engel. Sie verlässt behutsam ausgetretene Pfade und schafft eine Geschichte voller Hoffnung.
Eine besondere Empfehlung. [Rezensionsexemplar aus dem @atlantikverlag
@hoffmannundcampeverlag ]



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